Bänderriss

Bänder stabilisieren das Gelenk und führen nahezu alle Gelenke des menschlichen Körpers bei ihrer Arbeit. Zu einem Bänderriss kommt es, wenn die Bänder zum Beispiel durch ein Umknicken des Fußes über das natürliche Maß hinaus ruckartig und unter hoher Krafteinwirkung gedehnt werden und reißen. Ein Bänderriss tritt in der Regel am Sprunggelenk, im Knie, an den Händen oder an der Schulter auf und zählt zu den häufigsten Sportverletzungen.

Was ist ein Bänderriss?

Bänderrisse ereignen sich oft bei sportlichen Aktivitäten wie beispielsweise Fußball oder Basketball. Aber auch bei Unfällen oder Stürzen außerhalb des Sports kann es zu einem Bänderriss kommen. Da fast alle Gelenke des menschlichen Körpers in Ausübung ihrer Funktion durch Bänder geführt und stabilisiert werden, kann ein Bänderriss grundsätzlich überall dort auftreten, wo sich Gelenke befinden. Besonders häufig kommt es am Sprunggelenk, im Knie, im Ellenbogen, an der Hand sowie in der Schulter zu einem Reißen der Bänder. Das jeweilige Gelenk wird durch ein plötzliches Umknicken oder Verdrehen gewaltsam bewegt, sodass die Bänder über das normale Maß hinaus gedehnt werden und reißen können.

Hauptrisikofaktor für Bänderrisse: Umknicken beim Sport

Zu den Ursachen und Risikofaktoren für einen Bänderriss zählen verschiedene Sportarten. Die Bänder des Sprunggelenks können durch ein Umknicken beim Laufen oder Springen reißen, das beim Joggen, Tennis spielen oder Basketball spielen gehäuft auftritt. Beim Volleyballspielen hingegen kommt es vor allem zu Bandverletzungen oder Bänderrissen in den Fingergelenken. Die Kreuz- oder Innenbänder im Knie können insbesondere beim Skifahren oder Fußball spielen reißen, wenn das Kniegelenk gewaltsam gedreht wird. Eine weitere Bandverletzung ist der sogenannte Ski-Daumen, der – wie der Name schon sagt – vor allem beim Skifahren in Mitleidenschaft gezogen wird: Wenn Skifahrer stürzen, kommt es hier zu Bandverletzungen, wenn sich die Betroffenen mit dem Daumen abstützen oder sich in der Schlaufe des Skistocks verfangen.  

Ein Bänderriss verursacht in der Regel deutliche, stechende Schmerzen. Außerdem schwillt das betroffene Gelenk bereits nach kurzer Zeit stark an und es kann sich ein Bluterguss bilden. Um die Symptome zu lindern und das verletzte Band so früh wie möglich zu behandeln, gilt es, die sogenannte PECH-Regel zu beherzigen: Daher sollten Sie bei Verdacht auf einen Bänderriss sofort eine Pause einlegen, das jeweilige Gelenk mit Eis kühlen, für Compression sorgen, also einen Druckverband anlegen, und das verletzte Band Hochlagern.

Arzt bewegt Fuß für Bänderriss-Diagnose

Bei Verdacht auf einen Außenbandriss im Sprunggelenk wird der Arzt für die Bänderriss-Diagnose das Ausmaß der Bandverletzung prüfen, indem er den gesamten Fuß so weit wie möglich nach innen klappt

Im Anschluss an die Erste Hilfe muss ein Bänderriss von einem Arzt eingehend untersucht und behandelt werden. Bei unbehandelten Bänderrissen wachsen die gerissenen Bänderenden in der Regel nicht von alleine wieder zusammen. Mitunter bilden sie sich auch zurück. Dem Gelenk fehlen in der Folge die Führung und die Stabilität durch die Bänder, sodass die Gelenkfunktion eingeschränkt ist und neuerliche Verletzungen am Gelenk wahrscheinlicher werden.

Bei einer fachgerechten Behandlung heilt ein Bänderriss in der Regel ohne Folgen aus. Grundsätzlich unterscheidet der Arzt zwei Formen der Behandlung: Bei der konservativen Therapie wird das Gelenk durch eine Schiene, einen Stützverband oder einen Gipsverband ruhig gestellt, sodass die beiden Enden der gerissenen Bänder wieder zusammenwachsen und verheilen können. Alternativ dazu können die gerissenen Bänder im Rahmen einer Operation „vernäht“ werden. Dies geschieht vor allem bei bestimmten Bänderriss-Arten (z. B. Ski-Daumen) oder bei ausgeprägten Bandverletzungen und Rissen unabhängig vom jeweiligen Gelenk.