Augenherpes

Was viele Menschen nicht ahnen: Herpes bricht nicht nur im Lippenbereich aus, sondern kann auch die Nase und sogar die Augen betreffen. Beim Herpes am Auge, auch Augenherpes genannt, können die Symptome jedoch gänzlich anders sein.

Statt Bläschen quälen hier meist ein, manchmal gar beide, rote juckende Augen. Augenherpes ist kein rein ästhetisches, sondern ein medizinisches Problem, das vom Augenarzt abgeklärt und behandelt werden muss, sonst kann die Infektion in tiefere Schichten der Hornhaut eindringen und im schlimmsten Fall zu Sehstörungen und Erblindung führen.

Herpes am Auge – was ist Augenherpes?

Wer ihn nicht schon selbst einmal erlebt hat, kennt die äußeren Symptome vom Lippenherpes zumindest aus dem Freundes‑ und Bekanntenkreis. Herpes ist eine lästige und sehr unangenehme Infektion, die am und in Mund und sogar in der Nase auftreten und den Betroffenen mit kribbelnden Bläschen quälen kann.

Doch der Ausbruch der Herpesinfektion ist keineswegs auf diese Körperregionen beschränkt. Sogar die Augen können unter Herpes leiden. Allerdings ist diese Augenerkrankung relativ selten und, im Gegensatz zum auffälligen Lippenherpes, eher unbekannt. Ursache für Herpes am Auge ist meistens eine verschleppte Bläschenbildung am Mund des Betroffenen, etwa wenn er sich eben noch am befallenen Mund gekratzt und sich anschließend das Auge gerieben hat.

Augenherpes sorgt für gerötete und brennende Augen

Augenherpes sorgt für gerötete und brennende Augen

Mit einer entsprechenden Therapie heilt die Infektion am Auge meist aus, zumindest die Augenherpes-Symptome können erfolgreich behandelt werden. Unbehandelt hingegen kann das Herpesvirus tiefere Schichten im Auge erreichen und so zu schweren Schäden führen. In den meisten Fällen ist nur ein Auge betroffen. Manchmal greift die Infektion der Hornhaut jedoch auf das zweite Auge über.

Fehldiagnose Augenherpes

Leider kommt es häufig vor, dass die Symptome einer sogenannten Akanthamöben-Keratitis fälschlicherweise als Augenherpes diagnostiziert werden. Die Akanthamöbe ist ein Parasit, der sich durch die Hornhaut frisst und im schlimmsten Fall bis zum Rückenmark fortbewegt. Etwa 200 Leute in Deutschland erleiden jährlich eine Infektion mit dem Akanthamöben-Parasiten. In seltenen Fällen löst das eine Granulomatöse Amöbenenzephalitis aus. Diese Krankheit endet in 90 Prozent der Fälle tödlich. Eine häufige Ursache für die Erkrankung ist mangelnde Kontaktlinsenhygiene. Weitere Informationen zum Thema finden Sie in unserem Artikel "Können meine Kontaktlinsen mich umbringen?".

In einer US-Studie mit 119 Kontaktlinsenträgern kamen Forscher zu dem Ergebnis, dass 66 Prozent der Kontaktlinsenbehälter mit Bakterien oder Pilzen besiedelt waren. Es gibt jedoch einige Maßnahmen, um Entzündungen am Auge zu verhindern. Welche das sind und was Sie im Umgang mit Kontaktlinsen auf keinen Fall tun sollten, erfahren Sie hier: "So gefährlich sind Keime im Kontaklinsenbehälter".