So verhindern Sie gefährliche Atemaussetzer

Eine Frau schläft mit Atemmaske
Bei Atemaussetzern kommt häufig eine Atemmaske zum Einsatz, die im Schlaf getragen wird. Haben die Patienten sich erst einmal an die Maske gewöhnt, beschert sie einen tiefen und erholsamen Schlaf
Sind Sie oft müde, obwohl Sie nachts genug schlafen? Hat Ihr Partner Sie in letzter Zeit geweckt, weil Sie schnarchen? Dann steckt vielleicht eine Schlafapnoe dahinter. Entdecken Sie hier, was Sie gegen nächtliche Atemaussetzer tun können.

Tage, an denen man morgens aufwacht und sich wie gerädert fühlt, kennt jeder. Doch wenn das öfter vorkommt, sollten Sie der Ursache auf den Grund gehen. Ist das Bett morgens sehr zerwühlt? Wachen Sie gar von Ihren eigenen Atemgeräuschen auf? Sind Sie ständig gereizt, können Sie sich nur schwer konzentrieren und sind am Ende der Nacht kaum ausgeruht? Vielleicht ist es ja auch Ihr Partner, der Sie nachts immer wieder weckt? Achtung: Wenn er sehr laut schnarcht und das Geräusch zwischendurch immer wieder aussetzt, nehmen Sie das nicht auf die leichte Schulter! Rund sechs Millionen Deutsche leiden an nächtlichen Atemaussetzern, vermuten Experten. Betroffen ist jeder fünfte Mann über 40 Jahren und 15 Prozent der Frauen, meist nach den Wechseljahren. Ihr Schlaganfall-Risiko ist um das Zwei- bis Dreifache erhöht, das belegen neue Studien.

Wenn nachts die Atmung aussetzt

Diese Atmungsstörung wird Schlafapnoe genannt. Bis zu 600-mal, manchmal sogar noch häufiger, kommt es dann nachts zu Atemaussetzern. In der Folge werden das Gehirn und andere wichtige Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Das Gehirn schlägt Alarm und versucht, der Gefahr zu begegnen: Der Körper wird geweckt, der Tiefschlaf unterbrochen, deswegen fehlt Ihnen morgens das Gefühl der Erholung.

Ursache für nächtliche Atemaussetzer

Es gibt verschiedene Ursachen für dieses Problem. Das Risiko erhöht sich zum Beispiel durch Stress, Rauchen, Übergewicht, Nasen-Polypen und unregelmäßige Tagesabläufe – beispielsweise im Schichtdienst. Um schwerwiegende Folgen zu vermeiden, sollten Betroffene auf jeden Fall zum Arzt gehen.

Therapie

Bei leichten Atemaussetzern kann es schon reichen, etwa auf Nikotin zu verzichten, Übergewicht abzubauen oder die Polypen entfernen zu lassen. Reicht das nicht, kommt eine Atemmaske zum Einsatz, die im Schlaf getragen wird. Das ist nur anfangs ein wenig gewöhnungsbedürftig. Doch schon nach kurzer Zeit freuen sich die meisten Patienten über besseren und tieferen Schlaf. Endlich kommen sie morgens wieder erholt aus dem Bett! Wer sich mit den Geräten gar nicht anfreunden mag, kann über eine OP nachdenken, die den Rachenraum erweitert. Der Eingriff kann die Schlafapnoe zwar nicht heilen, aber die Beschwerden stark lindern. Er kostet ab 200 Euro. Die Kasse übernimmt die Kosten nicht. Welche Behandlung für Sie oder Ihren Partner die richtige ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt.

Wie testen Ärzte den nächtlichen Atem?

Erst wird das Umfeld des Patienten unter die Lupe genommen. Der Arzt muss über bereits bestehende Erkrankungen informiert werden. Deutet alles auf eine Schlafapnoe hin, planen Sie bis zu drei Nächte im Schlaflabor ein. In der ersten Nacht werden die Atemgeräusche, die Häufigkeit des Atmens, der Sauerstoffgehalt im Blut und die Hirnstromkurve (EEG) unter die Lupe genommen. Kommt der Arzt dabei zu dem Schluss, die Schlafapnoe mit einem Atemtherapiegerät zu behandeln, folgen noch ein oder zwei Nächte, in denen das Gerät Ihren persönlichen Bedürfnissen angepasst wird. Der Apparat wird von der Kasse bezahlt.