Angst vor Schlaflosigkeit ist ungesünder als tatsächliche Schlafstörungen

Frau mit Schlafstörungen
Die Sorge vor Schlafstörungen ist ungesünder als schlechter Schlaf, fand ein Psychologieprofessor heraus
Schlafprobleme belasten Körper und Psyche. Wer sich allerdings Sorgen über seine (vermeintlichen) Schlafprobleme macht, lebt ungesünder als Menschen, die tatsächlich schlecht schlafen.

Viele kennen es: Vor dem Einschlafen kreisen die Gedanken und trotz Müdigkeit fällt das Einschlafen oder Durchschlafen schwer. Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen sind die Folge. Jetzt fand der US-amerikanische Psychologieprofessor Kenneth Lichstein von der Universität Alabama heraus, dass Menschen ungesünder leben, die sich um ihre Schlafqualität sorgen, als Personen, die wirklich an Schlafstörungen leiden.

Schlafstörungs-Identität – eingebildete Schlafstörungen

Lichstein untersuchte mehr als zwölf Schlafstudien über 20 Jahre hinweg. Er definiert den Typus „Menschen mit Schlafstörungs-Identität“ – diese Personen haben Angst davor nicht genug Schlaf zu bekommen, weil sie glauben schlecht ein- und durchzuschlafen zu können. Tatsächlich sind die vermeintlichen Schlafstörungen oft nicht vorhanden oder weniger schwerwiegend als vom Betroffenen empfunden.

Sorgen sind ungesünder als Schlafmangel

Lichstein meint: Etwa ein Drittel der Menschen, die glauben eine Schlafstörungen zu haben, schlafen eigentlich gut. Doch ungesund leben sie trotzdem – Ängste und Sorgen über den eigenen Schlaf sind Auslöser für Stress. Dieser wiederum begünstigt physische und psychische Erkrankungen.

Bemerkenswert ist: Personen, die tatsächlich unter Schlafstörungen leiden und damit gelassen umgehen leben gesünder. Die Angst vor der Schlafstörung ist also schädlicher als eine Schlafstörung selbst. Wer sich als schlecht schlafende Person einschätzt (egal ob Schlafprobleme vorhanden sind oder nicht), hat laut Lichsteins Überblicksarbeit ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen, die durch tatsächlichen Schlafmangel entstehen können. Dazu gehören Selbstmordgedanken, Angst, Erschöpfung und Bluthochdruck.

Was kann man gegen die Angst vor zu wenig Schlaf tun?

Sich als Mensch mit Schlafstörungs-Identität einfach keine Sorgen mehr über Schlafmangel zu machen ist leichter gesagt als getan. Lichstein schlägt vor, Betroffene sollen sich einer kognitiven Verhaltenstherapie unterziehen, meditieren oder Gespräche mit anderen Betroffenen führen.