9 Geheimnisse, wie Kinder lernen, Gesundes zu lieben

Familie kocht gemeinsam
Kinder können lernen, gesundes Essen zu lieben
Kinder wollen nur Süßigkeiten und Pommes? Nicht unbedingt! Mit diesen Tipps lernt jedes Kind, gesundes Essen zu lieben.

Gesundes Essen setzt den Grundstein für ein erfolgreiches Leben – das gilt besonders bei Kindern. Es fördert die Konzentration, die körperliche Gesundheit und beugt so psychischen und physischen Erkrankungen vor.

Doch trotzdem steigt fast in allen Industrienationen die Zahl übergewichtiger Kinder. In Deutschland sind es heute 15 Prozent. Dieser Anteil hat sich seit den 1990er-Jahren verdoppelt. In den USA sind sogar 25 Prozent aller zwei- bis fünfjährigen übergewichtig oder sogar schon krankhaft fettleibig (adipös).

„Kein Elternteil will, dass sein Kind wegen seines Gewichts krank wird, sich wie ein Ausgestoßener fühlt oder gemobbt wird“, sagt Tanda Kidd, Ernährungswissenschaftlerin an der Kansas State University. Zusammen mit ihrer Kollegin Paula Peters hat sie die wichtigsten Regeln für eine gesunde Ernährung von Kindern gesammelt. Zusammengefasst, so Peters, muss man Kindern „eine große Auswahl an gesunden Nahrungsmitteln anbieten und ihnen die Chance geben, selber daraus zu wählen.“ Manche Kinder äßen dann zu wenige, andere zu viel. Sie lernte dann aber mit der Zeit, ihr Hungergefühl selber einzuschätzen.

Die beiden Ernährungswissenschaftlerinnen geben 9 Tipps, mit denen Eltern ihren Kindern beibringen können, Spaß daran zu haben, gesund zu essen.

1. Keine Belohnung

Essen sollte nicht als Belohnung für gutes Verhalten oder eine besondere Leistung gegeben werden. Wer in der Kindheit schon lernt, sich mit Essen zu belohnen – oder auch, sich mit Süßigkeiten zu trösten – gewöhnt das Gehirn an dieses Verhaltensmuster und kann es sich als Erwachsener nur schwer wieder abtrainieren. Eltern können stattdessen als Prämie anbieten, abends eine Geschichte vorzulesen oder mit dem Kind dessen Lieblingsspiel zu spielen.

2. Zusammen essen

Nur wenn Eltern zusammen mit ihren Kindern essen, können sich diese das Verhalten abgucken. Daher gilt: Mindestens einmal am Tag sollten alle gemeinsam essen.

3. Vorbild sein

Eltern müssen mit gutem Beispiel vorangehen und selber gesundes Essen wählen. Kinder lernen von ihren Eltern – das gilt auch für die Menge des Essens, die Regelmäßigkeit, den Ort und die Uhrzeit.

4. Was essen die Kinder außer Haus?

Viele Kinder gehen heute schon mit einem Jahr in die Krabbelgruppe. Danach folgen Kindergarten und Ganztagsschule. Oft sind sie 30 – 40 Stunden in der Woche unterwegs – und essen auch dort. Darum sollten Eltern sehr genau darauf achten, was die Kinder dort bekommen.

5. Weniger Fernsehen

Fast jeder kennt es aus dem Kino: Die Werbung vor dem Film läuft noch, aber das Popcorn ist schon fast alle. Unbewusstes essen nennen das Experten. Auch zu Hause vor dem Fernseher isst man, ohne es zu merken. Darum gilt: Kinder sollten möglichst wenig Fernsehen. Auf keinen Fall sollte sich die Familie zu den „großen“ Mahlzeiten vor den Fernseher setzen.

6. Keine Diät

Diäten sind nichts für Kinder. Auch wenn sie übergewichtig sind. Es erhöht deutlich das Risiko, im Laufe des Lebens an einer Essstörung zu erkranken. Stattdessen sollten sich Kinder mit Gewichtsproblemen mehr bewegen und gesünderes Essen – in unbegrenzten Mengen – angeboten bekommen.

7. Gemeinsam einkaufen

Wenn Eltern gemeinsam mit ihren Kindern einkaufen gehen, dann lernen diese, Verpackungen zu vergleichen und auf Preise sowie Inhaltsstoffe zu achten. Eine wichtige Lektion fürs spätere Leben.

8. Selber Gemüse und Obst pflanzen

Egal, ob Garten, Parzelle oder Balkon, es hilft Kindern, wenn sie selber Obst und Gemüse anbauen. So entwickeln Sie einen Bezug zum essen und verstehen, wo die einzelnen Nahrungsmittel herkommen.

9. Gemeinsam kochen

Wenn Eltern und Kinder gemeinsam kochen, dann stärkt das die Bindung. Dazu können die Kleinen nebenbei lernen, wie sie gesundes Essen zubereiten und was in welchen Gerichten steckt.

Hamburg, 20. April 2015